Alpen-Etappenfahrt mit dem RC Hattersheim

Bericht: Klaus-Michael Hendrichs
Fotos: Klaus-Michael Hendrichs und RC Hattersheim


Anspruchsvolle Alpen-Etappenfahrt vom Bodensee bis nach Salzburg

Nach längerer Zeit hatte sich beim RCH wieder einmal ein Orga-Team an die Vorbereitung und Ausschreibung einer echten Etappenfahrt gewagt. Sechs Alpen-Etappen vom Bodensee bis nach Salzburg, mit durchschnittlich 125 Tageskilometern und 1.400 Höhenmetern standen auf dem Programm. Das bewährte BSG-Mehrtages-Fahrer-Team, Lothar, Jürgen und K.-Michael zögerte nicht lang, nahm die Herausforderung an und ließ sich auf die Starterliste setzen. Unser Dank gilt den Organisatoren Günter und Franz, sowie dem Gepäckwagenfahrer Ingo! Routenplanung, Gepäck- und Bustransfers, Hotelbuchungen, alles war perfekt vorbereitet. Sogar der Wettergott war uns wohl gesonnen, was in diesem Sommer keineswegs selbstverständlich war. So haben die 24 Teilnehmer/innen nun 750 km und rd. 8.500 Hm in den Beinen, unvergessliche Eindrücke im Herzen, die Strecken unfall- und praktisch pannenfrei absolviert, neue Radsportfreundschaften geknüpft, bzw. alte gefestigt.

Aber der Reihe nach, die Etappen im Einzelnen:

Busanreise von Hattersheim nach Steißlingen am Bodensee (19.8)

Die Räder wurden in einem speziellen Anhänger mitgeführt. Unterkunft im Hotel Sättele. Nach dem Einchecken blieb noch Zeit für eine kurze Einroller-Kaffee-Runde. Nach dem Abendessen, was die nächsten Tage zur Routine werden sollte, Teambesprechung, mit den notwendigen Instruktionen für die morgige Etappe: Streckenverlauf, Verpflegungspunkte, Verteilung der Routenpläne und Festlegung der Führungs- und Schlussfahrer. Zu fahren war im Verband, Freigaben an ausgewählten Steigungsstrecken.

1. Etappe (20.8.) Steißlingen - Immenstadt

Startroutine: 7:15 Uhr Gepäckauflieferung, Frühstück, 8:30 Uhr Abfahrt. Die Route führt zunächst hinunter an den Bodensee, die Uferstraße entlang bis hinter Überlingen. Dann weitgehend flach weiter oberhalb des Sees durch Markdorf und um Friedrichshafen und Lindau herum in die Allgäuer-Alpen. Dort die ersten Anstiege bei Scheidegg und Oberstaufen in den Zielort am Großen Alpsee, ins Hotel Krone. Insgesamt: 142 km, 6:20 h, 1.570 Hm, 22,4 Ø. In der Abendlichen Fahrerbesprechung kam es zu Diskussionen über die vorgelegte Geschwindigkeit im Verband, in deren Verlauf eine „Viererbande“ erklärte, die Strecken nicht mehr im Verband, sondern mit einer höheren Geschwindigkeit zu absolvieren.

2. Etappe (21.8.) Immenstadt - Mittenwald

Nach der „Flachetappe“ vom Vortag warteten heute die ersten Herausforderungen. Durch Sonthofen und Bad Hindelang hinauf zum Oberjoch (1.200 müNN). Es folgte die lohnende Abfahrt durchs Tannheimer Tal, vielen Sportsfreunden von der gleichnamigen Radsportveranstaltung her bestens erinnerlich. Fliegende Verpflegung nach 50 km am Gaichtpass. Danach durch Reutte hinauf über das Ammergebirge mit Plansee und hinunter zur Einkehr in der Ettaler Klostermühle. Nach der Pause durch Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald hinauf, ins Hotel Post. Ergebnis: 131 km, 5:36 h, 1.380 Hm, 23,7 Ø.

3. Etappe (22.8.) Mittenwald - Flintsbach

Heute ging es von Mittenwald hinunter durch Wallgau und dann hinauf zum Karwendelgebirge, über die Mautstraße, über den Achenpass hinunter nach Kreuth und Rottach-Egern, mit fliegender Verpflegung. Es folgten zwei weitere Anstiege auf 1.000 und 1.100 müNN mit Einkehr am Spitzingsee. Nach rauschender Abfahrt ging es hinüber zum Wendelstein , der Erinnerungen an die gleichnamige Rundfahrt weckte, bis Bayrischzell mit anschließendem Aufstieg zum Sudelfeld und Tatzelwurm (1.100 müNN). Danach hinunter ins Inntal, nach Flintsbach zum Gasthof Dannerwirt. Insgesamt: 116 km, 4:45 h, 1.290 Hm, 24,2 Ø.

4. Etappe (23.8.) Flintsbach - Thumersbach/Zell am See

Die Etappe startete mit einer Schleife durch das Chiemgau, auf den Spuren der Wendelsteinrundfahrt, den Samerberg hinauf und dann auf der Tiroler Seite wieder hinab ins Inntal. Danach am Kaisergebirge entlang zur fliegenden Verpflegung am Walchsee. Hier musste, die einzige Panne, eine schadhafte Decke gewechselt werden. Es folgte die Passage durch Kössen und Kirchdorf Richtung St. Johann. Hier zwang uns die Straßensperrung der Zeitfahrstrecke der Senioren WM zu einem 10 km langen Umweg, mit zusätzlichen Höhenmetern. In einem der Anstiege passierten wir die ehemaligen DDR-Radsportlegenden Taeve Schur und Sigi Wustrow, die hier ebenfalls mit einer kleinen Radler Crew unterwegs waren. Die Einkehr erfolgte in St. Ullrich am Pillersee. Gestärkt ging‘s nun über Hochfilzen 15 km hinab, durch Leogang und Saalfelden am steinernen Meer, Richtung Zell am See, zum Hotel St. Hubertushof, in Thumersbach. Tagesleistung: 145 km, 6:10 h, 1.710 Hm, 23,3 Ø.

5. Etappe (24.8.) Großglockner oder Ruhetag

Bei den 18 Fahrer/innen, die sich gegen den Ruhetag und für die Herausforderungen der Königsetappe, die Bezwingung der Glockner-Hochalpenstraße entschieden hatten, war heute Morgen eine besondere Anspannung zu verspüren – mich selbst nicht ausgenommen. Dabei war das Streckenprofil eher gleichförmig: 20 km Anfahrt und dann 15 km Auffahrt, mit 1.500 hm, die Steigung also fast durchgängig im zweistelligen Bereich. Die höchste Alpenstraße Österreichs – Wunder der Ingenieurskunst. Lediglich in den 14 Kehren konnte sich der Puls kurzzeitig etwas erholen. Alle Startenden haben die Herausforderung gemeistert! Entsprechend glücklich und beseelt ging‘s auf die 15 km lange Abfahrt – die ebenfalls mehrmals unterbrochen werden musste, zur Lockerung der Handmuskulatur. Insgesamt: 75 km, 4:00 h, 1.800 Hm, 16,6 Ø.

6. Etappe (25.8.) Thumersbach - Salzburg

Auf der heutigen Schlussetappe ging’s netto bergab. Zunächst weite Strecken über die Bundesstraße, über Goldegg und St. Johann i. P. zur fliegenden Verpflegung in Bischofshofen. Im folgenden Streckenabschnitt, im großen Bogen um das Tennengebirge, zwang uns ein Erdrutsch bei der Umfahrung einige zusätzliche Kilometer und Höhenmeter auf. Es ging dann hinauf nach St. Martin und Annaberg (950 müNN), der letzte Anstieg der Tour war geschafft. Auf der Abfahrt gab’s die Einkehr hinter Abtenau. Und schließlich das Ausrollen über Hallein nach Salzburg ins Parkhotel Brunauer. Nach dem Abendessen ging’s in die Altstadt oder zur Entspannung in die umliegenden Biergärten. Ergebnis: 136 km, 5:20 h, 950 Hm, 25,5 Ø.

Letzter Tag (26.8.) Bustransfer

Letzter Tag (26.8.) Bustransfer von Salzburg nach Hattersheim, durch den zähen Ferien-Rückreiseverkehr (ca. 8 Std.).

Abschließend bleibt mir namens des BSG-Terzetts Dank zu sagen, dem RCH-Orga-Team, allen Helfern und Teilnehmenden, sowie dem Wettergott, für dieses herrliche Radsporterlebnis! Nächstes Mal sind wir gerne wieder dabei!

Unter der Überschrift "in 6 Tagen von Steißlingen am Bodensee nach Salzburg" hat auch der RC Hattersheim auf seiner Website über die Alpen-Etappenfahrt berichtet.
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