30 Jahre Giro Hattersheim und wir waren dabei!

- Bericht: Sascha Riegenring, Fotos: Günter Stube, Günter Emrich, Alain Desbrosses -

TAG 1 - Freitag, 17.06.2016 - Anfahrt

Wir machten uns auf den Weg von Berlin zum Nabel der Welt: Borchen. Borchen ? ? ?
Genau, so ging es mir auch. Wohin soll es gehen? Warum soll ich mein Fahrrad am Freitag mit in die Bank bringen? Fahrrad…?
Und wer mich kennt weiß, dass sich damit alle anderen Fragen automatisch erledigt hatten.
Also ging es westwärts, westwärts und noch weiter westwärts … ab nach Borchen bei Paderborn.



Eine kleine Delegation von 9 Radsportbegeisterten bestehend aus Berliner Sparkasse, Berlin Hyp und deren Ehemaligen trafen sich dort, um am Samstag den 18.06.2016 einzurollen und die ersten Vorbereitungskilometer für den Sonntag zu sammeln.

TAG 2 - Samstag, 18.06.2016 - RTF in Borchen (Radtourenfahrt)

Streckenlänge: 106,29 km - Höhenmeter: 844 Hm

Auf gut ausgeschilderten Nebenstraßen (die ganze Strecke hatte nicht eine einzige Ampel!) und bestückt mit Verpflegungspunkten, die kaum Wünsche offen ließen, fuhren wir gemeinsam ab 09:00 Uhr im moderaten Tempo die 106 km Strecke.

Mit einigen kurzen knackigen Anstiegen und hin und wieder schnellen Passagen kamen wir vor der vorhergesagten Regenfront alle sicher ins Ziel.


Nach einer herzlichen Begrüßung im Ziel, einer heißen Dusche und dem einen oder anderen Stück Kuchen machten wir uns mit dem gewonnen Pokal für die drittstärkste Mannschaft im Gepäck, zum eigentlichen Wochenendhöhepunkt auf nach Hattersheim.

200 Autobahnkilometer später kamen wir gut gelaunt im Stammquartier „Hotel am Schwimmbad“ an.

Nachdem sich alle Teammitglieder eingefunden hatten (Wir hatten nun eine Mannschaftsstärke von 14 Startern) ging es um 18:00 Uhr zum obligatorischen Sektempfang und dem anschließenden Pasta-Essen beim Italiener.

TAG 3 - Sonntag, 19.06.16 - Giro Hattersheim

Jährlich finden hier die Deutschen-Sparkassen-Meisterschaften im Rahmen des Giro Hattersheim statt. Dabei sind die Meisterschaften für Sparkassenteams aus dem gesamten Bundesgebiet offen. Deutscher Sparkassenmeister wird dabei die Sparkasse, die die meisten Kilometer auf den angebotenen Strecken absolviert. Hierbei werden alle von den einzelnen Teammitgliedern gefahrenen Kilometer addiert. In diesem Jahr nahmen wieder mehr als 1.100 Teilnehmer die verschieden angebotenen Strecken in Angriff.

Unser Berliner Sparkassenteam war dabei hauptsächlich auf der mit 220 km und 3.300 Hm besonders anspruchsvollen Radmarathon-Strecke vertreten, für die sich 8 von 14 Fahrern entschieden hatten. Erst beim Erreichen der ersten Verpflegungsstelle in Esch wurden die Rollen unserer einzelnen Marathonis klar verteilt: Während Adrian, Hans, Sascha und Stefan im weiteren Streckenverlauf die Speerspitze bilden sollten, bestand die Aufgabe von Alex, Alain, Holger und Ralf darin, ihnen den Rücken freizuhalten und dabei wichtige Punkte für die Wertung zu sichern. Eine Stunde später sorgten unsere sechs Mitglieder Günni, Günter, Jockel, Lothar, Mirko und Manuela dafür, dass die BSG Berliner Sparkasse auch auf den übrigen Strecken vertreten war.


Zum Glück legte das schlechte Wetter vom Vorabend eine Pause ein und zeigte sich nur ab und zu von weiten bedrohlich mit ein paar finsteren Wolken am Horizont, ob gewollt oder purer Zufall – die Strecke war stets so gewählt, dass kurz vor drohendem Ungemach abgebogen wurde und durch die wellige hessische Landschaft auf teils sehr gut ausgebauten Wirtschaftswegen der Weg fortgesetzt werden konnte.

Zwischen sommerlich warmen Temperaturen im Start- und Zielbereich waren bei den ausstehenden beachtlichen Erhebungen, nicht zuletzt der Große Feldberg, auch einige Temperaturgefälle zu meistern.

Ein wenig mit dem Gefühl von Gorillas im Nebel bezwangen wir den Feldberg ohne wirkliche Sicht und mit einem Thermometer, welches nicht über 8 Grad Celsius steigen wollte.

Bei der anstehenden Abfahrt zitterte der ein oder andere Muskel dieses Mal nicht vor Überanstrengung, sondern um der frischen Luft Herr zu werden.
Neben dem Feldberg als Höhepunkt der Veranstaltung war die Strecke, so die Berechnung von Spartenleiter Alex, mit 14 weiteren Bergen und längeren Anstiegen gespickt. Insbesondere behält Ralf den Heinzenberg und den Anstieg nach Rod am Berg in bleibender Erinnerung.



Neben hohen Herausforderungen, schnellen Passagen und schönen Aussichten muss die Organisation und nicht zuletzt auch die Verpflegung beim Giro, wie in jedem Jahr, gelobt werden: Neben den üblichen Äpfeln, Bananen und Teegetränken gab es an den Kontrollstellen zur Stärkung Kuchen, Kekse, Käsebrote und für Hartgesottene auch Gewürzgurken. Auch ist der obligatorische Rotwein an der letzten Verpflegungsstelle in Naurod zur nicht mehr wegzudenkenden Tradition geworden.

Streckenlänge: 213,47 km - Höhenmeter: 3.375 Hm


Die landschaftlich schöne große Runde durch die Hügel und Erhebungen des Taunus und kleinen Straßen Richtung Rheingau war in diesem Jahr zum dritten Mal auch Teil des „Radmarathon-Cups Deutschland“ des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) – ein deutliches Zeichen für die gute Organisation und die herausfordernde Streckenführung.


Neben den „normalen“ Radsportlern gab es aber auch wieder Strecken für Familien oder besondere Starter wie die Teilnehmer auf historischen Hochrädern von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg: Sie durften – ausnahmsweise – ohne Radhelm auf der Strecke in Frack und Zylinder starten und legten traditionsgemäß die 43-Kilometer-Runde zurück.

Erfreulich war auch: Es wurden keine Unfälle, Stürze oder Verletzte von der Strecke gemeldet. Der Giro war damit wieder einmal eine rundum gelungene Veranstaltung. Das und viele kleine andere Begebenheiten machen den Giro zu einem besonderen Event, welches sicher auch im nächsten Jahr wieder dazu führen wird, dass der Giro ein fester Termin in unserem Radsportkalender sein wird.

Der Giro Hattersheim 2016 in Zahlen

  Teilnehmer insgesamt 1.120  
  hiervon mit Wertungskarten 275  
  Jedermänner/-frauen 845  
  Teilnehmer Radmarathon 185  
  Teilnehmer Sparkassen 109  
  Teilnehmer Family-Tour 43  

Die Wertung


Mit einem Sieg der Berliner Sparkasse in der Wertung der Sparkassen war auch diesmal nicht zu rechnen. Diesen holte sich die Frankfurter Sparkasse, deren 43 Sportfreunde insgesamt 4.785 km absolvierten. Dahinter platzierte sich die Sparkasse Aachen mit 38 Startern und gefahrenen 4.617 km. Für uns reichte es mit 2.558 km aber noch zu einem dritten Platz, was bei 14 Startern ein gutes Ergebnis darstellt.

Ergebnisse und Rückblick in Bild und Zahlen

sind auf unserer Sonderseite "Deutsche RTF-Meisterschaft
der Sparkassen" veröffentlicht
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Ein Rückblick über den 30. GIRO Hattersheim ist
auf der Webseite des RC Hattersheim veröffentlicht
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