RTF-Abschlussfeier am 29. November 2014

- Bericht und Fotos: Alain Desbrosses -

Traditionelle Ehrung im großen Rahmen

Seit nunmehr 35 Jahren ist es in Berlin gute Tradition, dass die fleißigsten RTF-Fahrerinnen und Fahrer sowie die Vereine mit den besten Leistungen zum Abschluss einer jeden Saison im großen Rahmen geehrt werden. Daran hat sich auch im Jahr 2014 nichts geändert. Auch diesmal bot das TiB-Sportzentrum am Columbiadamm die angemessene Kulisse für die RTF-Jahresabschlussfeier, die am 29. November 2014 stattfand. In routinierter Manier führte Breitensport-Fachwart Fritz Wellner durch den Abend. Nach einer kurzen Anmoderation mit Hinweisen über den zeitlichen Ablauf der Veranstaltung, begrüßte „Fritze“ die anwesenden Sportler und Gäste, darunter zahlreiche Familienangehörige. Auch verlas er ein Grußwort des Präsidenten des Berliner Radsport Verbandes, Günter Polauke, der seine beabsichtigte Teilnahme am RTF-Abschluss aufgrund einer BDR-Sitzung in Frankfurt/Main zu seinem Bedauern absagen musste.

In dessen Vertretung nahm Schatzmeister Dr. Manfred Reimann die Siegerehrung vor, die einige Zeit in Anspruch nahm, denn der Gabentisch war an diesem Abend vor dem ersten Advent wieder mit prunkvollen Auszeichnungen übersät, die alle an den Mann - und an die Frau - gebracht werden sollten.

Fritze verliest das
Grußwort des Präsidenten
Schöneberger RV Iduna BRC Defekt, RVg Nord,
SVg Zehlendorfer Eichhörnchen
ESV Lok Schöneweide,
RSV Spandau
RC Charlottenburg,
RSV Werner Otto
RV Möwe Britz,
TSV Tempelhof-Mariendorf
RC Berliner Bär,
BSG Berliner Feuerwehr
BSG Berliner Sparkasse,
RV Berlin 1888
Dr. Manfred Reimann,
Vertreter des BRV

Siegeszug des Schöneberger RV Iduna hält an

In der Vereinswertung absolut (Summe der Punkte aller Wertungskarten) behauptete sich erwartungsgemäß der Schöneberger RV Iduna, dessen Siegeszug vor rund 16 Jahren begann. Trotz geringfügigem Rückgang bei den erzielten Punkten, fiel das Ergebnis mit immerhin 3.198 Punkten bei 29 Wertungskarten auch diesmal eindeutig aus. So nahm der entsprechend strahlende Idunen-Fachwart Reinhard Schulz den von Dr. Reimann überreichten Wanderpokal entgegen. Ähnlich viele Wertungskarten hatten auch die Bänker der BSG Berliner Sparkasse eingereicht, jedoch konnten sie sich mit ihren 2.539 erreichten Punkten erneut nicht durchsetzen. Mit angemessenem Abstand ist der RSV Spandau mit 1.492 Punkten auf Platz 3 gelistet sowie weitere Vereine, deren Ergebnisse alle dicht beieinander liegen. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Platzierung des TSV Tempelhof-Mariendorf, dem mit lediglich 7 Wertungskarten ein eindrucksvoller Sprung in die „Top 10“ gelang.

Platz Verein Punkte   Platz Verein Punkte
1. RV Iduna 3.198   6. RC Charlottenburg 916
2. BSG Berliner Sparkasse 2.539   7. RV Möwe Britz 762
3. RSV Spandau 1.492   8. TSV Tempelhof-Mariendorf 705
4. RC Berliner Bär 1.167   9. BRC Semper 642
5. BRC Defekt 1.097   10. BSG Berliner Feuerwehr 616

Relative Wertungen: Vereine mit Vielfahrern im Vorteil

Bei den sogenannten "relativen Vereinswertungen" geht es hingegen nicht um die Summe der RTF-Punkte, die von den Mitgliedern insgesamt eingefahren werden, sondern um die durchschnittliche Höhe der Punkte pro Fahrer. Nach dieser Vorgabe haben auch kleinere Vereine Aussicht auf eine Auszeichnung, wenn es sich bei den einzelnen Mitgliedern um Vielfahrer handelt. Gleichwohl müssen Vereine mit mindestens 6 Mitgliedern vertreten sein, um gewertet zu werden.

Die relative Wertung „BRV-Pokal“ wird diesmal angeführt vom BRC Defekt mit einem Durschnitt von 137 Punkten pro Wertungskarte, dicht gefolgt vom RSV Spandau mit 134 Punkten. Platz 3 geht an den Schöneberger RV Iduna mit durchschnittlich 113 Punkten je Wertungskarte.

1. Platz
BRC Defekt
2. Platz
RSV Spandau
3. Platz
RV Iduna

Die Zusammensetzung des Podiums beim „Veranstalter-Pokal“ (nur Berlin-Punkte) ist identisch, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge. Während der BRC Defekt auch in dieser Wertung den ersten Platz belegt, folgt zuerst der Schöneberger RV Iduna auf Platz 2 und erst danach der RSV Spandau mit dem dritten Platz.

1. Platz
BRC Defekt
2. Platz
RV Iduna
3. Platz
RSV Spandau

Neueinsteigerwertung: Frauen belegen Führungspositionen

Was in Wirtschaft und Politik erst aufwändig per Gesetz vorgeschrieben werden muss, gehört bei uns im Radsport längst zum Alltag: Frauen belegen die Führungspositionen, so im Fall der Neueinsteigerwertung der Saison 2014. Hier ging Platz 2 an Regina Ternath (TSV Tempelhof Mariendorf) mit 61 Punkten hinter Charlotte Dieter-Ridder (RC Charlottenburg), die mit 64 Punkten die Wertung anführt. Dass Charlotte die Auszeichnung mit aufgesetztem Piratentuch entgegennahm, könnte als Kampfansage verstanden werden. Wir würden uns freuen, wenn dem so wäre.

Frauenwertung: Monika Flaschka war nicht zu schlagen

In 22 Jahren ganze 20 Mal auf dem Siegerpodest, darunter 15. Mal auf der obersten Stufe? Solche Platzierungen lassen die männliche Konkurrenz erblassen. Für Monika Flaschka (Schöneberger RV Iduna) nichts außergewöhnliches, denn mit 212 Punkten ergänzte sie ihre Serie mit einem erneuten ersten Platz in der Frauenwertung. Auch Renate Busch (BRC Defekt) gehört zur Stammbesetzung eines jeden Frauenpodiums. Mit 161 Zählern blieb sie „ihrem“ oftmals belegten zweiten Platz treu. Dritte der „Damenrunde 2014“ wurde Vorjahreszweite Rena Siegmund (BRC Semper) mit insgesamt 141 Punkten.

Einzelwertung: Podium mit Überraschungen

Elf Jahre in Folge auf dem Podium der Einzelwertung stellt eine Leistung dar, die nur Jürgen Fricke (BSG Berliner Feuerwehr) als noch aktiver Fahrer vorweisen kann. Umso überraschender die Nachricht, dass diese Serie nun ihr Ende gefunden hat, denn mit 332 Punkten verfehlte er nur knapp einen Platz auf dem Podest. Als Trostpreis für den undankbaren 4. Platz der Saison 2014 nahm er den Wanderpokal (die sogenannte Holzmedaille) in Form eines Rad fahrenden Männleins mit Filzhut und flehendem Blick entgegen.


Der dritte Platz auf dem Podium ging an einen Altmeister in der Person von Kunibert Gillmeister (TSV Tempelhof-Mariendorf), den einige Konkurrenten wohl vorzeitig abgeschrieben hatten. Nach einem Sabbatjahr 2013 hat ihn ein Vereinswechsel offensichtlich neu beflügelt. Der Vielfachsieger (1986 bis 1988 und 2011 sowie weitere Platzierungen in den Jahren 2007 bis 2012) hat seine Wertungskarte(n) diesmal mit insgesamt 362 Punkten abgegeben.

Dass die Jahreswertung mit einer weiteren Überraschung aufwartete, dafür sorgte Dieter Hofmann (RV Iduna). Vor 2 Jahren galt er noch als Neueinsteiger ohne RTF-Vergangenheit, dies jedoch bereits mit 185 Punkten. Nun gelang ihm ein überraschender Sprung auf das Siegertreppchen: Mit 401 Punkten erreichte er in eindrucksvoller Weise einen beachtlichen 2. Platz. Wie Rena Siegmund, drittplatzierte der Frauenwertung, gehörte auch er zu den Neueinsteigern der Saison 2012. Ein offensichtlich sehr guter Jahrgang!


Nachdem es in den vergangenen Jahren etwas still um ihn geworden war, hatte er seine Rückkehr bereits angedeutet, als er letzte Saison einen angesehenen 3. Platz erreichte. Nun war seine Stunde endlich gekommen: Mit 416 Punkten in der Saison 2014 erkämpfte sich Ulf-Diethard Bracklow (RSV Spandau) wieder den ersten Platz in der Einzelwertung, den er bereits in den Jahren 1997 und 1998 belegt hatte.

Sonderauszeichnung für Fritze

Als alle Pokale und Auszeichnungen endlich verteilt worden waren, schritt Werner Fuhrmann zum Mikrofon. In einer kurzen Ansprache berichtete er, dass RTF-Fachwart und Bärenchef Fritz Wellner wenige Stunden zuvor seine tägliche Trainingsrunde absolviert und dabei 30.000 km für das Jahr 2014 vollendet hatte. Für diese beeindruckende Leistung überreichte Werner ein mit diversen Nahrungsmitteln prallgefülltes Glas, das zur allgemeinen Heiterkeit mit Fritze’s Foto personifiziert war. Nach seinem Rezept für seine Ausdauerfähigkeit gefragt, gab sich Fritze lapidar „Das Fernsehprogramm ist schlecht, eine Frau habe ich auch keine und die ganze Zeit vorm Computer sitzen, möchte ich nicht. Also fahre ich Rad!“.

Trotz seiner Kilometerleistung hat es Fritze mit 264 RTF-Punkten nur zu Platz 8 der Gesamtwertung gebracht. Auch hat er seit genau 20 Jahren keinen Platz mehr auf dem Podium der Einzelwertung belegt (zuletzt im Jahre 1994 mit Platz 2). Wer hätte es gewusst?

Schöner Abschluss

Der gemütliche Abend setzte sich in ausgelassener Stimmung fort: Zuerst wurde das traditionelle Eisbein serviert, sodann sorgte DJ Sascha für die passende Unterhaltung. Dabei erledigte er seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit, denn so voll wie diesmal war die Tanzfläche seit langem nicht mehr. Ein schöner Abschluss der RTF-Saison 2014.